The Lost God: Tag der Verdammnis

Gnadenlose Weltuntergangsstimmung ohne 0815 Hollywood Klischee …

Titel: The Lost God: Tag der Verdammnis
Autor: Gregor Spörri
Verlag: Münster Verlag
ISBN: 9783905896336
Seiten: 495

 

Erster Satz:
Maximilian Lindner hatte sich kurz nach Sonnenaufgang in Richtung Regenwald aufgemacht.

Inhalt:
Die Welt verändert sich schlagartig, als neunzehn geheimnisvolle Kugel aus dem Weltall auf die Erde treffen. Den Menschen ist direkt klar, dass es sich dabei nur um Außerirdische handeln kann! Plötzlich finden unzählige Menschen ihren Tod, die Natur tobt wie verrückt. Während vereinzelnde Menschen langsam dem Geheimnis der Fremden auf die Spur kommen, wird die Gefahr von Stunde zu Stunde nur größer …

Story Spannung Charaktere Endzeit Idee Umsetzung
4/5 4.5/5 4/5 5/5 4.5/5 3.5/5

Meinung:
„The Lost God“ ist das erste Science Fiction/Endzeit Projekt von Gregor Spörri, der Bekanntheit durch seinen „Gruselfinger“ Fund erlangte. Bei diesem Mystery Thriller handelt es sich um eine fiktive Endzeitgeschichte, in der der Autor seine Recherchen und Erlebnisse mit eingebracht hat.

Die Geschichte beginnt zunächst harmlos, man taucht in verschiedene Perspektiven ein und damit auch in die unterschiedlichen Leben. Doch alle Schicksale steuern auf ein Geschehnis zu, das die gesamte Menschheit betrifft, denn plötzlich landen neunzehn mysteriöse Kugeln auf der Erde. Forscher und Staaten sind sich schnell sicher, dass es sich dabei nur um Außerirdische handeln kann. Während ein amerikanischer Forscher sich die riesigen Kugel näher anschaut, um ihren Zweck zu verstehen, sterben auf einmal immer mehr Menschen. Die Natur tobt und im Weltall schippert das wiederbelebte Raumschiff Atlantis durch das All, während sich ihre Besatzung hoffnungslos mit ansehen muss, was unten mit der Erde geschieht … und genau dann beginnt das Chaos erst seine wahre Seite zu zeigen. Es geht um Leben, um jedes Leben, um die Welt.

Die Geräusche des Waldes waren verstummt. Sonnenstrahlen drangen dünn wie Zwirn durchs vermoderte Dach, warfen zuckende Lichtpunkte über den Boden der Hütten. Über ihm erschien ein Klumpen rohes Fleisch …
(Seite 145)

 

„The Lost God“ ist ein knallharter Science Fiction Roman mit einer sehr brutalen Art von Endzeitstimmung. Es gibt hier keinen Hollywood Helden, der die Welt mit zwei Händen rettet, sondern eher eine düstere Version von einer möglichen „Realität“. Im Roman fließen viele Details aus den Recherchearbeiten des Autors mit ein, was man eindeutig merkt! Der Autor setzt den Schwerpunkt nicht auf Charaktere, sondern auf die Handlung, auf das Ende der Welt. Somit liest sich das ganze Geschehen wie ein Blockbuster ohne Happy End, womit ich bei dieser Thematik sicherlich nicht zu viel verrate.

Gelungen ist vor allem die Spannungsgewalt des Romans. Die Antworten kommen nach und nach, zögerlich und schüren so den Effekt des Weltuntergangs. Der Leser bleibt lange Zeit ebenso ahnungslos wie die Menschheit in „The Lost God“. Es sterben unzählige Charaktere, zu denen der Leser immer wieder eine Verbindung entwickelt. Das Thema macht der Titel, sowie der Klappentext deutlich klar: Aliens und der kommende Weltuntergang. Im Grunde nicht neues im Science Fiction Bereich und dennoch liest sich „The Lost God“ etwas anders. Durch die Recherchen zu dem Roman wurden in „The Lost God“ viele Information und wissenswertes miteingebaut. Das Buch ist nichts für Leser, die einfach nur Popcornkino erwarten. Das Buch liest sich gut, strengt aber eindeutig an, denn es gibt unzählige Informationen. Einerseits fand ich gerade diesen Aspekt erfrischend, und vor allem intressant, aber höchstwahrscheinlich wird nicht jedem Leser diese Informationsflut auf 495 Seiten gefallen. Zudem fand ich es recht schwierig das ganze Wissen zu verarbeiten. Was ist wissenschaftlich echt, was pseudo wissenschaftlich? Aus diesem Grund vergebe ich auch nur 4 Sterne, denn trotz Spannung, knallhartem Weltuntergang und viel Gewalt und Tod, war es mir teils wirklich zu viel an Informationen und einer zu dick aufgetragenen wissenschaftlichen Note.

Nachdem es Ned nicht gelungen war, einen weiteren Kontakt zu David Goldstein herzustellen, hatte er sich kurzerhand entschlossen, seine Zelte im Warrumbungle Nationalpark abzubrechen und nach Hause zu fahren.
(Seite 221)

 

Insgesamt ist „The Lost God“ ein lesenswerter Endzeitroman. Allerdings merkt man dem Autoren an, dass es sich dabei um sein erstes Projekt handelt. Hier und da hackt es etwas im Text bzw. liest es sich nicht wie ein Roman, sondern an manch einer Stelle wie ein wissenschaftlicher Text. Als Leser spürt man das Herzblut, das der Autor in diesen Roman gesteckt hat, doch genau dieses Herzblut ist es wohl, das mich ab und an etwas erschlagen hat. Ich vergebe 4 Punkte. Die Geschichte könnte man, mit Abzug der vielen wissenschaftlichen Infos, ausgezeichnet verfilmen, auch wenn Hollywood dabei auf ein Happy End verzichten müsste ;-)

»Was ist das?«, wiederholte Russell seine Frage.
»Das – sind – Glas – Linsen!« …kchsss… »Wie – bei – dem – Zylinde«…kchsss… »im – All!« Parker zählte, rechnete hoch und überlegte.
(Seite 308)

 

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, jedoch oft sehr wissenschaftlich gehalten. Es gibt viele unterschiedliche Perspektivenwechsel und Blickwinkel, sodass man eine weltweite Sicht über das Chaos erhält. Zudem gibt es am Anfang, sowie am Ende der Geschichte viel Zusatzwissen, die auch die Recherchen des Autoren näher beleuchten. Allerdings gibt es viel Dialoge und Gespräche, in denen extrem viel Wissen an den Leser weiter gereicht wird, was ab und an den Lesefluss zügeln kann.

Das Cover ist etwas dick aufgetragen, spiegelt im Grunde aber den Inhalt wieder. Der Umschlag bietet zudem auch auf der Innenseite noch etwas, was auch auf den Inhalt des Romans zutrifft, wo am Ende beispielsweise mehrere Fotos abgedruckt wurden. Der Titel „The Lost God“ macht Sinn und wird innerhalb der Geschichte auch wieder aufgegriffen, wenn der Autor beginnt seine Theorien mit einzubauen.

»Die Welt ist riesig, mein Sohn, und Australien groß. Ich glaube nicht, dass sie an jede einzelne Haustür anklopfen werden.«
(Seite 404)

 

Fazit:
4 Sterne für „The Lost God“, einem spannenden und knallharten Science Fiction Roman, der das Ende der Welt debattiert. Beim Lesen sollte man sich darauf gefasst machen, dass der Roman sehr gnadenlos geschrieben wurde. Einen Stern Abzug gibt es jedoch für einen etwas zu großen Schwall an wissenschaftlichen Details innerhalb der Geschichte. „The Lost God“ ist ein Leseerlebnis für die harten Leser unter uns, die gerne mal auf große Gefühle und Heldentum verzichten wollen!

 


Info

 

Mehr über den Autor, seine Recherche und „The Lost God“ auf:

http://www.thelostgod.com

 

Münster Verlag
Danke für das Leseexemplar!

Autor: Lena

Post a Comment

Your email is never shared. Required fields are marked *

*
*


7 − drei =